E211

Natriumbenzoat (natriumsalz der benzoesäure)

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  • Letzte Aktualisierungen und Faktenüberprüfung: 04. 07. 2024 - Rebecca Taylor, CNP
  • Herkunft: Es wird synthetisch hergestellt und stammt nicht aus natürlichen Quellen.

Natriumbenzoat, auch bekannt als E211, ist ein weit verbreitetes Konservierungsmittel für Lebensmittel. Chemisch gesehen ist es das Natriumsalz der Benzoesäure mit der chemischen Formel C7H5NaO2. Es kommt als weißes, kristallines Pulver vor, das geruchlos ist und einen leicht süßlichen, adstringierenden Geschmack hat. Natriumbenzoat ist wasserlöslich und seine Hauptfunktion in Lebensmitteln ist die Hemmung des Wachstums von potenziell schädlichen Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen.

Herkunft

Natriumbenzoat kann in bestimmten Früchten wie Preiselbeeren, Pflaumen, Äpfeln und einigen Gewürzen natürlich vorkommen. Die kommerzielle Produktion von Natriumbenzoat ist jedoch meist synthetisch. Es wird durch die Verbindung von Benzoesäure mit Natriumhydroxid hergestellt, wobei eine Reaktion stattfindet, bei der Natriumbenzoat und Wasser entstehen.

Eigenschaften und Verwendung in der Lebensmittelindustrie

  • Antimikrobielle Eigenschaften: Verhindert das Wachstum von Mikroorganismen, insbesondere unter sauren Bedingungen.
  • pH‑Abhängigkeit: Am wirksamsten ist es in saurem Milieu (pH < 4,5).
  • Löslichkeit: Sehr gut wasserlöslich, so dass es leicht in eine Vielzahl von Lebensmitteln und Getränken eingearbeitet werden kann.
  • Stabilität: Stabil über einen weiten Bereich von Temperaturen und Lagerungsbedingungen.

Verwendung in ultra‑verarbeiteten Lebensmitteln

Natriumbenzoat wird aufgrund seiner konservierenden Eigenschaften häufig in ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln verwendet. Hier ist ein detaillierter Überblick über seine Anwendungen:

  • Verlängerung der Haltbarkeit: Es trägt zur Verlängerung der Haltbarkeit bei, indem es den durch Hefe und Bakterien verursachten Verderb verhindert. Dadurch wird sichergestellt, dass Getränke über einen längeren Zeitraum hinweg sicher konsumiert werden können.
  • Verhinderung von Schimmelpilzbefall: In Backwaren hilft es, das Wachstum von Schimmelpilzen zu verhindern, die diese Produkte schnell verderben können.
  • Erhaltung von Textur und Geschmack: Es trägt dazu bei, die gewünschte Textur und den Geschmack von Gewürzen zu erhalten, indem es Verderb verhindert, der diese Eigenschaften verändern könnte.
  • Geschmacksstabilität: Durch die Hemmung des mikrobiellen Wachstums trägt Natriumbenzoat dazu bei, das beabsichtigte Geschmacksprofil von Getränken aufrechtzuerhalten, indem es das Säuern oder andere Geschmacksveränderungen verhindert.
  • Verlängerte Frische: Natriumbenzoat trägt dazu bei, die Frische dieser Produkte zu verlängern, so dass sie länger schmackhaft bleiben.
  • Hemmung des Bakterienwachstums: In verarbeiteten Fleischwaren wie Wurst und Schinken hemmt es das Wachstum schädlicher Bakterien wie Listeria und Clostridium botulinum und macht diese Produkte dadurch sicherer.

Gesundheitliche Aspekte

Obwohl Natriumbenzoat von Lebensmittelsicherheitsbehörden wie der FDA und der EFSA als allgemein unbedenklich (GRAS) eingestuft wird, wenn es innerhalb der empfohlenen Grenzwerte verwendet wird, gibt es einige gesundheitliche Aspekte zu beachten:

  • Allergische Reaktionen: Bei einigen Personen können allergische Reaktionen oder Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschläge und Asthma auftreten.
  • Bildung von Benzol: In Gegenwart von Vitamin C (Ascorbinsäure) kann Natriumbenzoat Benzol bilden, ein bekanntes Karzinogen. Obwohl die in Lebensmitteln gebildeten Mengen in der Regel sehr gering sind, stellt dies einen potenziellen Risikofaktor dar.
  • Hyperaktivität: Es gibt Hinweise darauf, dass Natriumbenzoat, insbesondere in Kombination mit künstlichen Farbstoffen, bei Kindern zu erhöhter Hyperaktivität führen kann.

Quellen

  1. Chipley, J. R. (2005). Natriumbenzoat und Benzoesäure. In P. M. Davidson, J. N. Sofos, & A. L. Branen (Eds.), Antimicrobials in Food (3rd ed., pp. 11‑48). CRC Press.
  2. FDA (2020). Code of Federal Regulations Title 21. Abgerufen von https://www.ecfr.gov/current/title‑21/chapter‑I/subchapter‑B/part‑184/subpart‑B/section‑184,1733
  3. Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (2016). Wissenschaftliches Gutachten zur Neubewertung von Benzoesäure (E 210), Natriumbenzoat (E 211), Kaliumbenzoat (E 212) und Calciumbenzoat (E 213) als Lebensmittelzusatzstoffe, EFSA Journal, 14(2), 4433.
  4. McCann, D., Barrett, A., Cooper, A., Crumpler, D., Dalen, L., Grimshaw, K., Kitchin, E., Lok, K., Porteous, L., Prince, E., Sonuga‑Barke, E., Warner, J. O., & Stevenson, J. (2007). Food additives and hyperactive behaviour in 3‑year‑old and 8/9‑year‑old children in the community: a randomised, double‑blind, placebo‑controlled trial. The Lancet, 370(9598), 1560‑1567.
  5. Nair, B. (2001): Abschlussbericht über die Sicherheitsbewertung von Benzylalkohol, Benzoesäure und Natriumbenzoat. Internationale Zeitschrift für Toxikologie, 20(3), 23‑50. Abgerufen von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9003278/.